Agentic AI Governance unter BaFin & EU AI Act

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Zwei Geschäftsleute sitzen sich gegenüber, mit einem transparenten digitalen Interface zwischen ihnen, das eine Lieferantenprüfung, Angebotsanalyse, Risikobewertung und menselijke Kontrolle über KI zeigt.

Autonome KI‑Systeme lassen sich nicht deployen — sie müssen geführt werden

Agent Governance KI entwickelt sich rasant zum neuen DevOps für KI‑Systeme – insbesondere in Banken, Versicherungen und anderen stark regulierten Branchen.

DevOps hat Software skalierbar gemacht. Agent Governance wird Entscheidungen skalierbar machen.

Vor zehn Jahren war DevOps ein Nischenthema. Heute ist es Voraussetzung, um Software produktiv zu betreiben. Agentic AI steht heute exakt an diesem Punkt.

Viele Unternehmen experimentieren bereits mit autonomen Agenten:

  • zur Analyse
  • zur Planung
  • zur Entscheidungsunterstützung
  • teilweise zur Ausführung

Was fast überall fehlt: eine belastbare Governance‑Schicht.

Warum klassische Kontrollmechanismen versagen

Traditionelle Software lässt sich kontrollieren, weil sie deterministisch ist, vorhersehbare Zustände hat und klar definierte Workflows kennt.

Agentic AI ist anders. Ein Agent interpretiert Ziele, wählt Mittel, reagiert auf Kontext und verändert sein Verhalten über Zeit.

Das bedeutet: Kontrolle über Code reicht nicht mehr. Kontrolle über Entscheidungen wird zentral.

Die neue Frage lautet nicht mehr: „Was macht das System?“Sondern: „Warum hat es sich so entschieden?“

In regulierten, geschäftskritischen Umfeldern wie Banken, Versicherungen, Industrie und öffentlicher Verwaltung ist diese Frage nicht optional. Ohne Antwort darauf entstehen Haftungsrisiken, Vertrauensverlust und regulatorische Blockaden.

Autonome KI lässt sich nicht einfach installieren – sie muss geführt werden. Genau wie DevOps die Software-Skalierung revolutioniert hat, ist „Agent Governance“ jetzt der Schlüssel zur Skalierung von Entscheidungen. Lesen Sie, warum die nächste große Herausforderung nicht im Code liegt, sondern im Management des „Warum“ hinter jeder automatisierten Handlung.

Was Agent Governance wirklich bedeutet

Agent Governance ist kein Regelwerk. Es ist eine Architekturschicht. Sie beantwortet systematisch:

1. Decision Ownership

  • Welche Entscheidungen darf ein Agent vorbereiten?
  • Welche darf er treffen?
  • Welche niemals?

2. Decision Transparency

  • Welche Inputs wurden genutzt?
  • Welche Alternativen verworfen?
  • Welche Annahmen getroffen?

3. Control Points

  • Wo greift ein Mensch ein?
  • Wann wird eskaliert?
  • Wann wird gestoppt?

4. Auditability

  • Nachvollziehbarkeit
  • Revisionssichere Logs
  • Compliance‑Fähigkeit

Ohne diese Ebenen bleibt Agentic AI ein Experiment.

Porträt eines Mannes mit dunklem Haar und Bart in einem blauen Anzug, weißem Hemd und violetter Krawatte vor verschwommenen Gebäuden.
By  Umair Zaffar
CEO of SIFAMO GmbH

Warum das nicht Aufgabe der IT allein ist

Ein häufiger Fehler: Agent Governance wird als technisches Thema delegiert. In Wahrheit betrifft sie Unternehmensführung, Risikomanagement, Compliance und Organisationsdesign.

Wenn ein Agent eine Entscheidung vorbereitet oder trifft, ist das eine Managementhandlung — nicht nur ein Rechenvorgang. Deshalb scheitern viele Initiativen nicht an Technik, sondern an fehlender Klarheit über Verantwortung.

Von Modell‑Performance zu Entscheidungsqualität

Viele KI‑Diskussionen kreisen noch um Accuracy, Halluzinationen und Modellvergleiche. Das ist wichtig — aber nicht entscheidend. Die eigentliche Wettbewerbsdifferenz entsteht bei Entscheidungsqualität, Reaktionsfähigkeit und Kontrollierbarkeit.

Unternehmen, die Agent Governance früh etablieren:

  • skalieren schneller
  • werden regulatorisch handlungsfähig
  • gewinnen Vertrauen intern wie extern

Fazit

Agentic AI ist kein Tool‑Upgrade. Sie ist ein Führungsproblem. So wie DevOps Softwareentwicklung industrialisiert hat, wird Agent Governance den Umgang mit autonomen Entscheidungen professionalisieren.

Unternehmen, die das verstehen, bauen Systeme. Die anderen bauen Risiken.